Deutschstunde in der Nehringstraße

"Sonja hat mir das alles beigebracht," betont Alan und schaut liebevoll seine Vorleserin an. Alan, Sohn eines arabischen Vaters und einer turkmenisch-kurdischen Mutter aus dem Irak, geht jetzt in die dritte Klasse. Vor einem Jahr hat er angefangen, regelmäßig die Vorlesestunden des FREUNDESKREISES DER STADTBIBLIOTHEK unseres Bezirks in der Bücherei in der Nehringstraße zu besuchen. "Früher war ich in Deutsch bei Note Drei bis Vier. Jetzt schreibe ich nur noch Einsen und Zweien!" erzählt er stolz.

Sonja Holtkotte, eine der drei freundlichen Vorleserinnen in dieser Außenstelle der Stadtbibliothek, bestätigt, dass Alan inzwischen 38 Mal an den Vorlesestunden teilgenommen hat. Dabei wird aber nicht nur vorgelesen. Zwischendurch lässt Frau Holtkotte auch die Kinder laut lesen. Durch gezielte Fragen wird anschließend getestet, ob ihre kleinen Zuhörer dem erzählten Geschehen folgen können.

"Diese Vorlesestunden sind wirklich eine große Hilfe für uns", erklärt dankbar Alans Mutter. "Mein Mann und ich, wir üben zwar mit unseren Kindern, aber für die Aussprache und Betonung ist es besser, jemandem zuzuhören, der Deutsch als Muttersprache spricht. Und noch etwas habe ich bemerkt.", ergänzt Alans Mutter. "Er hat die Welt der Bücher entdeckt und liest jetzt sehr viel auch allein zu Hause. Das ist doch viel besser als immer nur Fernsehen."
Ich frage Alan zum Schluss, was ihm am besten gefällt in der Bibliothek. "Sonja", schmeichelt der kleine Kavalier. Sonja Holtkotte lächelt.

Wer den Freundeskreis bei dieser Aktion als Vorleser oder Spender unterstützen will, wendet sich an uwe.braun.berlin@gmx.de oder ruft an unter der Nummer 85 729 729.

Uwe Braun

 

Zum Anfang